ERINNERE. BEWAHRE. WANDLE.

1. OKTOBER BIS 19. DEZEMBER 2021
VON JÜDISCHEM LEBEN IN UND UM FEUCHTWANGEN
INSTALLATION UND AUSSTELLUNG
FRÄNKISCHES MUSEUM
MEHR INFOS

EIN MÖGLICHST INTENSIVES LEBEN

FREITAG, 8. OKTOBER 2021
LESUNG AUS DEN TAGEBÜCHERN LION FEUCHTWANGERS
MEHR INFOS

STEINERNE ARCHIVE

FREITAG, 22. OKTOBER 2021
DIE ERFASSUNG JÜDISCHER GRABMÄLER
IN BAYERN

VORTRAG
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ZACHOR. IN MEMORIAM.
KONZERTTAGE IN DER REIHE KUNSTKLANG

FREITAG, 29. OKTOBER 2021
SPRACHE DER SEELE
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SAMSTAG, 30. OKTOBER 2021
ERZÄHL, DASS MEIN HAUS IM KOLCHOS ICH FAND...
DIE FREUNDSCHAFT ZWISCHEN MIECZYSŁAW WEINBERG UND DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
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SONNTAG, 31. OKTOBER 2021
EIN LIED GEHT UM DIE WELT
ARIEN UND LIEDER IN MEMORIAM JOSEPH SCHMIDT
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LASS UNS VERSCHWINDEN!

12. BIS 19. NOVEMBER 2021
THEATERPERFORMANCE ÜBER DAS ERINNERN UND DAS VERGESSEN
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ERINNERE!

DONNERSTAG, 25. NOVEMBER 2021
ÜBER DAS JÜDISCHE LEBEN UND DIE JÜDISCHE GEMEINDE IN FEUCHTWANGEN
VORTRAG
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ERINNERE. BEWAHRE. WANDLE.

1. OKTOBER BIS 19. DEZEMBER 2021
VON JÜDISCHEM LEBEN IN UND UM FEUCHTWANGEN
INSTALLATION UND AUSSTELLUNG
FRÄNKISCHES MUSEUM

„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“, lautet ein Satz des jüdischen Gelehrten Baal Schem Tov; der spanische Philosoph George Santayana formuliert diesen Gedanken mit historischer Perspektive: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“ – Zentral ist das Erinnern, das Gedenken und – damit verbunden – das Nicht-Vergessen. „Zachor!“ רוכזֹ) ) – „Erinnere Dich!“ ist auch ein wichtiges Gebot im jüdischen Glauben. In Verbindung mit der Erforschung der jüdischen Geschichte Feuchtwangens wird im Fränkischen Museum der Vorgang des Erinnerns in den Mittelpunkt gestellt. Das Museum soll mit dieser Ausstellung zu einem zentralen Erinnerungsort für das jüdische Leben in Feuchtwangen und die Shoa werden, steht doch ein Teil der heutigen Anlage an dem Ort, an dem einst die Synagoge stand – das Museum und seine Gebäude wie der Standort selbst sind also gleichermaßen Orte der Erinnerung. Hier wird sie gepflegt oder verschwiegen, sie wird präsentiert oder ausgeblendet, bewusst oder unbewusst. Den Kern der Ausstellung bildet eine Medieninstallation, in welcher Dokumente, Bilder, Töne, Protokolle, Urkunden, und Texte von und über Jüdinnen und Juden (darunter Lion Feuchtwanger), die mit der Stadt verbunden sind, poetisch und künstlerisch verarbeitet werden. Mithilfe von interaktiven Videoprojektionen und Klanginstallationen wird dem Betrachtenden das Überlieferte zu Gehör gebracht und vor Augen geführt; zugleich sind die Projektionen jedoch so programmiert, dass das Betrachten sie einer Veränderung unterzieht. So entzieht sich das Bild immer wieder, Details treten hervor oder werden unscharf. Parallel widmet sich eine Klanginstallation, so genannte „Destructive Tapeloops“, der Vergänglichkeit und Fragilität von Erinnerung. Auf einem Magnetaufzeichnungsband – ein Anachronismus – sind die Texte gespeichert. Bei der Wiedergabe wird das Magnetband über Oberflächen gezogen, die einen starken Abrieb verursachen, wie z. B. Sandpapier. So entfernt
sich der Klang mit jeder Wiederholung einen Schritt weiter von der ursprünglichen Aufnahme. Die Erinnerung verblasst, die Worte verschwinden. Zugleich erfahren Besucherinnen und Besucher viel Interessantes über die Geschichte der jüdischen Familien und der jüdischen Gemeinde in der Stadt Feuchtwangen.


Installation: Alexander Ourth
Wissenschaftliche Recherche und Sonderausstellung: Dr. Uta Karrer

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 14 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag 11 – 17 Uhr.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

 800 Jahre  

jüdisches Leben 

in Feuchtwangen

800 Jahre
jüdische Geschichte
in Feuchtwangen


Das Fränkische Museum Feuchtwangen führt in der Sonderausstellung "ERINNERE. BEWAHRE. WANDLE." durch die 800-jährige jüdischen Geschichte Feuchtwangens. 

Die Ausstellung beginnt im Mittelalter mit den ersten jüdischen Bewohner*innen Feuchtwangens. Die darauffolgende bewegte und schwierige Geschichte vermittelt die Ausstellung weitgehend durch die Perspektiven und Lebensgeschichten historischer Persönlichkeiten aus Feuchtwangen und Umgebung.

Den historischen Persönlichkeiten mit ihren individuellen Lebensgeschichten und ihren Beiträgen zum städtischen Leben begegnen Sie in der Ausstellung: Die Ausstellung beleuchtet das soziale Engagement in Vereinen wie dem Feuchtwanger Turn- und Sportverein, in Initiativen gegen Armut sowie in der Seelsorge. Sie wirft einen Blick auf die rechtlichen Entwicklungen und das Schul- und Ausbildungswesen seit dem 19. Jh., auf die wirtschaftlichen Errungenschaften der historischen Persönlichkeiten und auf die Kultur.

Für das 20. Jahrhundert behandelt die Ausstellung die schwierige Geschichte der NS- Diktatur und Shoah. Sie würdigt den Widerstand eines mutigen Feuchtwanger Bürgers, der bereits Mitte der 1920er Jahre mutig gegen den wachsenden Antisemitismus kämpfte. Den 27 Feuchtwanger Personen, die durch die NS-Diktatur ihr Leben verloren, wird in einem Gedenkbuch gedacht.

In ihrem letzten Teil beleuchtet die Ausstellung die Lebenswege von Überlebenden. Seit den 1960er Jahren entwickelten sich fruchtbare Briefwechsel und Freundschaften zwischen den Überlebenden und ihren Nachkommen sowie engagierten Feuchtwanger Bürger*innen.

Zeitgleich zu der Sonderausstellung wird im Fränkischen Museum eine Kunstinstallation von Alexander Ourth gezeigt.

Die Sonderausstellung ist Teil des deutschlandweiten Festjahres „#2021JLID - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.




Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 14 – 17 Uhr, Samstag, Sonntag 11 – 17 Uhr.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

EIN MÖGLICHST INTENSIVES LEBEN

FREITAG, 8. OKTOBER
LESUNG AUS DEN TAGEBÜCHERN LION FEUCHTWANGERS
FRÄNKISCHES MUSEUM
20 UHR

Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger hat nicht nur über seinen Nachnamen eine Verbindung mit Feuchtwangen. Er unterhielt Beziehungen nach Feuchtwangen und hatte stets die Absicht, auch die Feuchtwanger Kreuzgangspiele zu besuchen, was allein durch seinen Tod im Jahr 1958 in Los Angeles verhindert wurde. Er hat jedoch ein Grußwort übermittelt, das unter anderem im Programmheft der Festspiele 1976 veröffentlicht worden ist: „Unter den Wirkungen, die von Spielen an historischen Stätten ausgehen, ist eine, welche den Theaterbühnen versagt ist: sie erzeugen
im Zuschauer jenes Gefühl der Geschichtlichkeit, das ihn, noch bevor das Spiel beginnt, empfänglich macht. Ich hatte die Absicht, den Kreuzgangspielen beizuwohnen und es ist mir besonders leid, dass unvorhergesehene Verpflichtungen meinen Plan vereitelten. Historische Stätten, vor allem deutschhistorische Stätten haben mich seit frühester Jugend angezogen und der Stadt Feuchtwangen, in der meine Vorväter lebten, fühle ich mich zwiefach verbunden. Ich wünsche den Spielen von Herzen Erfolg. Lion Feuchtwanger.“

1969 besuchte seine Frau Marta Feuchtwanger dann doch noch die Festspielstadt Feuchtwangen und das Fränkische Museum. Der Schauspieler Alexander Ourth liest im Fränkischen Museum aus den Tagebüchern des international anerkannten Romanciers, die erst 2018 zum ersten Mal veröffentlicht worden sind. So versucht die Festspielstadt Lion Feuchtwanger als Mensch näher zu kommen, sind doch die Biografie des Schriftstellers und die Stadt durch den Namen auf einzigartige Weise in der Geschichte miteinander verwoben.

Karten: 15 Euro, freie Platzwahl

STEINERNE ARCHIVE

FREITAG, 22. OKTOBER
DIE ERFASSUNG JÜDISCHER GRABMÄLER IN BAYERN
VORTRAG VON SUSANNE KLEMM M.A.
FRÄNKISCHES MUSEUM
19 UHR

Jüdische Friedhöfe sind ruhevolle Orte. Oft abseits der Städte angelegt, zeigen sie eine beeindruckende Vielfalt an Grabmälern vom ausgehenden Mittelalter bis in die 1940er Jahre. In Bayern gibt es heute 124 jüdische Friedhöfe mit ca. 80.000 Grabsteinen. Bereits 1929 forderte der jüdische Kunstsammler Dr. Michael Berolzheimer eine Inventarisierung jüdischer Grabinschriften – eine Arbeit die bisher erst für wenige Friedhöfe in Süddeutschland geleistet werden konnte. Das ist umso bedauerlicher, als die Inschriften auf den Grabsteinen jüdischer Friedhöfe einerseits durch Verwitterung und Verfall unwiederbringlich bedroht sind, sie andrerseits aber eine Quelle ersten Ranges für die Erforschung der Geschichte der jüdischen Gemeinden darstellen. Eine umfassende Dokumentation der Grabmäler und ihrer Inschriften ist daher dringend geboten. Sie wird durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege seit 2020 in einem interdisziplinären Projekt realisiert. Im Vortrag werden Ziele, Methoden und erste Ergebnisse des Projekts erläutert. Susanne Klemm war bis 2020 Leiterin des Fränkischen Museums und ist jetzt für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege tätig.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
Anmeldung erbeten unter 09852 904-44.

In Kooperation mit der Konzertreihe KunstKlang unter künstlerischer Leitung von Christiane Karg ist ein Wochenende mit insgesamt drei Konzerten explizit jüdischer Komponist*innen und jüdischer Musik gewidmet. Erinnern wollen wir unter anderem an den jüdischen Tenor Joseph Schmidt, Ende der 1920er Jahre ein Weltstar, der sich nicht von den Nazis vereinnahmen ließ, fliehen musste und schließlich in einem Lager in der Schweiz starb. Darüber hinaus sollen Werke jüdischer Komponist*innen zu Gehör gebracht werden, darunter solche, die sonst wenig zur Aufführung kommen.

SPRACHE DER SEELE

FREITAG, 29. OKTOBER
JOHANNISKIRCHE
20 UHR

Den Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen nimmt Mieczysław Weinberg zum Anlass, seiner Heimat den Rücken zu kehren: zu Fuß in Richtung Osten. Dem jungen Musikstudent fehlt das Geld für eine Schiffspassage; deshalb setzt er sich zunächst nach Minsk ab. Seine zurückgebliebenen Eltern und Geschwister werden kurze Zeit später in Warschau ermordet. Als Hitler die Sowjetunion überfällt flieht Weinberg erneut – dieses Mal ins ferne Usbekistan. Schostakowitsch ermöglicht seinem verehrten Freund Weinberg den Umzug nach Moskau, wo er in der von Stalin und der Geheimpolizei befeuerten antisemitischen Grundstimmung 1953 verhaftet wird. In dieser Zeit schreibt Weinberg seine Sonate für Violine und Klavier Nr. 5op. 53. Es sind die Eindrücke dieser Zeit, die Angst und die Trauer, die Weinberg in diesem ergreifenden Meisterwerk verarbeitet. Paweł Zalejski, Primarius des renommierten Streichquartetts Apollon Musagète und Matan Porat tauchen ein in die reiche jüdische Musiktradition und interpretieren zudem selten gehörte Werke von Ernest Bloch, Joel Engel und Joseph Achron.

Zu hören sind Paweł Zalejski, Violine, und Matan Porat, Klavier.

Karten:
Preisgruppe 1: 45 Euro
Preisgruppe 2: 38 Euro

"ERZÄHL, DASS MEIN HAUS IM KOLCHOS ICH FAND..."

DIE FREUNDSCHAFT ZWISCHEN MIECZYSŁAW WEINBERG UND DMITRISCHOSTAKOWITSCH

SAMSTAG, 30. OKTOBER
STADTHALLE KASTEN
20 UHR

Die Freundschaft zu Mieczysław Weinberg eröffnet Schostakowitsch die facettenreiche Welt der jüdischen Musik; die Welt des Freundes wird Schostakowitsch zur Inspiration für sein eigenes Schaffen. Eher zufällig stößt Schostakowitsch in einer Buchhandlung auf eine Sammlung jüdischer Gedichte (die Texte stammen aus einem ins Russische übersetzten Band mit jüdischen Volksweisen), die vom Leid der Juden im Zarenreich erzählen. Schostakowitschs Werke sind der politischen Führung zu melancholisch und wenig geeignet, um „stark zu machen“. Wohl aus vorauseilendem Zensur-Gehorsam schiebt er seiner Vertonung der jüdischen Volkspoesie drei Lieder nach: sie künden vom „Glück“ der Sowjetzeit: „Du kleines Flüsschen, fließ munter dahin, erfreu meinen Lieben das Herz und den Sinn. Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand“, heißt es im 9. Lied „Das schöne neue Leben“. Dennoch findet seine Komposition in der antisemitischen Grundstimmung der Stalin-Ära kein Gefallen. Er „habe sich an die Juden verkauft“, so der Vorwurf. Die in Feuchtwangen dargebotene Fassung für Klavier und drei Solostimmen, die auf die Palmen des Freundes Weinberg folgt, bringt Schostakowitsch, selbst am Klavier, erst zwei Jahre nach Stalins Tod, im Jahr 1955 zur Uraufführung. Erst acht Jahre danach wird die reich instrumentierte Orchesterfassung im Ausland uraufgeführt.

Zu hören sind das Eliot Quartett,
Christiane Karg, Sopran;
Nadine Weissmann, Mezzosopran,
Siyabonga Maqungo,
Tenor; Ulrike Payer, Klavier

Karten:
Preisgruppe 1: 45 Euro
Preisgruppe 2: 38 Euro

"EIN LIED GEHT UM DIE WELT"

ARIEN UND LIEDER IN MEMORIAM JOSEPH SCHMIDT

SONNTAG, 31. OKTOBER 
STADTHALLE KASTEN
11 UHR

Joseph Schmidt ist in Deutschland ein Star. Durch das Radio und dank zahlreicher Schallplatten erreicht er mit seiner Stimme größte Popularität. Sein Gesicht ziert alle großen Illustrierten. Seine Konzerte sind immer ausverkauft. Mit dem Tonfilm wird aus dem Star ein Superstar! Mit dem Film „Ein Lied geht um Welt“ hat es der nur 1,50 Meter große Sänger endgültig geschafft. Doch schon 1934 flieht Schmidt nach Wien, denn sein immenser Erfolg ist im nationalsozialistischen Deutschland nicht gern gesehen. 1937 gibt er sein letztes Berliner Konzert – die Welt hingegen will ihn. In den USA wird er zum Star, in Deutschland werden nun auch seine Filme verboten. Er geht nach Brüssel, wo er das einzige Mal in seinem Leben auf der Opernbühne steht – als Rudolfo in „La Bohème“. Nachdem die Deutschen die Benelux-Staaten überfallen haben, flüchtet er nach Südfrankreich und wartet auf eine Überfahrt nach Kuba. Die Ausreise misslingt. Illegal reist Schmidt in die Schweiz – beinahe mittellos. Als Staatenloser bricht er auf der Straße zusammen und wird von der Polizei in ein Flüchtlingslager verbracht, wo er am 16. November 1942 an Herzversagen stirbt. Siyabonga Maqungo, Solist an der Staatsoper Unter den Linden, und Christiane Karg ehren diesen Ausnahmekünstler mit einigen Werken, die ihn unvergessen machen und mit Kompositionen von Max Kowalski.

Zu hören sind Christiane Karg, Sopran; Siyabonga Maqungo, Tenor und Ulrike Payer am Klavier.

Karten:
Preisgruppe 1: 45 Euro
Preisgruppe 2: 38 Euro

LASS UNS VERSCHWINDEN!

THEATERPERFORMANCE ÜBER DAS ERINNERN UND DAS VERGESSEN

12. BIS 19. NOVEMBER
STADTHALLE KASTEN

„Lass uns verschwinden!“ ist eine Spurensuche, die in den schwankenden Raum eindringt, in dem Subjektivität und Fakten verschwimmen: Anhand der realen Biografien ausgewählter jüdischer Persönlichkeiten soll ein Kosmos der Erinnerung geschaffen werden. Die Basis für diesen Erinnerungsraum bilden objektive Recherchen, wissenschaftlich, historisch, neutral. Zugleich sollen die Lebensumstände, die Schicksale, der Alltag greifbar werden – wir tauchen ein in die unzähligen Schichten des Raumes, zunächst scheinbar objektiv und deutlich, werden die Sachverhalte zunehmend emotional und subjektiv. Das Bild verwischt. Je mehr die Erinnerungen im Laufe des Abends verblassen, je stärker das Störgeräusch des Vergessens wird, desto freier ist der poetische Zugriff. Der Vorgang des Erinnerns ist ein körperlicher, performativer, der sich auf ganz unterschiedliche Weise auf der Bühne ausdrückt: mit Sprache, mit Gestik, mit Tanz und Bewegung, mit Stillstand und Ruhe. Die Fäden der Geschichten werden aufgenommen, verknüpft, fallen gelassen, neu aufgenommen … sie verlieren sich und leben in anderen Geschichten fort.
In der Performance „Lass uns verschwinden!“ wird deutlich, dass Erinnerung und Geschichte nicht eindimensional und chronologisch ist, sondern sich immer in vielen Schichten innerhalb eines unendlichen Gedankenkosmos manifestiert, der so mannigfaltig ist, wie die Menschen, wir alle, die wir erleben, erinnern, weitergeben und vergessen. Das Publikum ist aufgefordert, sich an diesem Prozess zu beteiligen: Dieses Sich-Gedanken-Machen schafft Offenheit und emotionale Bindung, und hat die Kraft, bestehende Mauern der Trennung einzureißen.

Premiere:
12. November 2021, 20 Uhr

Weitere Vorstellungen:
13. November 2021, 20 Uhr
14. November 2021, 20 Uhr
16. November 2021, 10.30 Uhr
17. November 2021, 10.30 Uhr
18. November 2021, 10.30 Uhr
18. November 2021, 20 Uhr
19. November 2021, 20 Uhr

Karten:
Preisgruppe 1: 24 Euro
Preisgruppe 2: 21 Euro

ERINNERE!

ÜBER DAS JÜDISCHE LEBEN UND DIE JÜDISCHE GEMEINDE IN FEUCHTWANGEN

DONNERSTAG, 25. NOVEMBER 2021
VORTRAG VON DR. UTA KARRER
FRÄNKISCHES MUSEUM
19 UHR

Das jüdische Leben in Feuchtwangen war vielfältig und von großer Bedeutung. Jüdische Familien lebten inmitten der Stadt. Allein der Name „Feuchtwangen“ verweist auf die Verbindung zu bedeutenden Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Lion Feuchtwanger; eine ganze Familie leitet ihren Namen von der Herkunft aus Feuchtwangen ab. Lion Feuchtwangers Vorfahren waren bis 1555 in der Kreuzgangstadt ansässig. Die Wege der jüdischen Familien, die den Namen Feuchtwanger tragen, führen zunächst nach Fürth, bis heute das Zentrum jüdischer Kultur und jüdischen Lebens in Franken, und von dort aus in alle Welt. Dennoch ist die Geschichte jüdischen Lebens in Feuchtwangen nicht nur eine rühmliche: Die in Feuchtwangen seit dem Hochmittelalter lebenden Juden mussten immer wieder Verfolgungen erdulden; zeitweise lebten in der Stadt gar keine Judenmehr. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts verbesserte sich die gesellschaftliche Situation der jüdischen Bevölkerung. Seit der Zeit des 30-jährigen Krieges ist in Feuchtwangen auch die Existenz einer Synagoge belegt, die im 19. Jahrhundert aufgrund der Vergrößerung der jüdischen Gemeinde neu geplant und neu gebaut wurde. Sie stand bis zu Ihrer Zerstörung im Jahr 1938 in der heutigen Museumstrasse. Ein Jahr danach eignete sich die Stadt dieses Grundstück unrechtmäßig an. An dieser Stelle wurde 1965 ein Erweiterungsbau des Fränkischen Museums errichtet, das sich bis heute in der Trägerschaft des Vereins für Volkskunst und Volkskunde e. V. befindet – diese Vergangenheit lastet als schwere Hypothek auf der Stadt und dem Museum. Erst seit 1984 weist eine am Museumsbau angebrachte Tafel darauf hin: „Hier stand die Synagoge, erbaut 1833, niedergebrannt in politischer Verblendung am 9./10.11.1938.“

Der Vortrag von Dr. Uta Karrer, die seit dem 1. April 2021 das Fränkische Museum leitet, begibt sich auf Spurensuche: nach der jüdischen Vergangenheit der Stadt, nach den Familien und den Lebensläufen ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.


Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Der Vortrag kann leider nicht stattfinden. Voraussichtlich wird er im Herbst 2022 nachgeholt.

Informationen und Karten

Sie haben Fragen oder möchten mit uns Kontakt aufnehmen? Schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht
oder wenden Sie sich an das
Kulturbüro Feuchtwangen
Marktplatz 2
91555 Feuchtwangen

Karten- und Infotelefon: 09852 904-44
kulturamt@feuchtwangen.de
mail@kreuzgangspiele.de
karten@kreuzgangspiele.de

www.kreuzgangspiele.de
www.kunstklang-feuchtwangen.de

Corona-Informationen

Noch immer sind Kulturveranstalter angewiesen, spezielle Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu erfüllen. Nur gemeinsam mit Ihnen, unserem geschätzten Publikum, ist es möglich, alle Vorgaben einzuhalten und damit unserer Verantwortung gerecht zu werden. Wir bitten Sie daher, die im Folgenden aufgeführten Anforderungen zu beachten. Sie können sich darauf verlassen, dass auch wir stets dafür Sorge tragen, dass Sie sich bei Ihrem Besuch sicher fühlen können. Vielen Dank!

Bedeckung von Mund und Nase

Das Bedecken von Mund und Nase mit einer FFP2-Maske ist in Gebäuden des Kulturbüros, der Kreuzgangspiele, in der Stadthalle Kasten sowie in der Nixel-Scheune vorgeschrieben. Wir sind sehr dankbar, wenn Sie Ihre FFP2-Maske bei allen Bewegungen im Gebäude und am Platz tragen. Kinder unter 6 Jahren sind generell von der Maskenpflicht befreit.

Zugang zu Veranstaltungen mit der
2Gplus-Regel

Aktuell ist für den Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen die sogenannte 2Gplus-Regel vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Sie am Einlass entweder den Nachweis der vollständigen Impfung oder der Genesung vorlegen müssen und zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Antigen-Schnelltest auf Covid-19. Kinder unter 6 Jahren, nicht eingeschulte Kinder und Schülerinnen und Schüler bis zu einem Alter von 12 Jahren müssen diese Nachweise nicht erbringen. Die aktuellen Bestimmungen sowie die tagesaktuelle Inzidenz kann unter www.landkreis-ansbach.de abgerufen werden. Falls Sie sich über Testmöglichkeiten in Feuchtwangen informieren wollen, können Sie gern unser Kartenbüro anrufen. Eine aktuelle Übersicht über die Testzentren in Feuchtwangen gibt es auch unter www.kreuzgangstadt.de/Testzentren

Allgemeine Hygieneregeln

Wir bitten Sie herzlich auch die allgemeinen Regeln zur Hygiene zu beachten. Halten Sie Abstend zu anderen Besucher*innen. Nutzen Sie gern die Möglichkeit der Händedesinfektion. Wahren Sie die Nies- und Hustetikette und verzichten Sie bitte auf einen Besuch, wenn Sie akute Krankheitssymptome haben.

Hinweise und Aushänge

Bitte beachten Sie die Informationen auf den Aushängen. Wir sind Ihnen zudem sehr dankbar, wenn Sie die Hinweise unseres Einlass- und Servicepersonals zur Kenntnis nehmen und zur Einhaltung aller Vorgaben beitragen.

Nehmen Sie Platz

Das Personal vor Ort weist Ihnen gern den Weg zum Platz. Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn wir keine festen Sitzplätze vorreservieren können und dass Sie auch bei fester Sitzplatzbuchung ggf. einen alternativen Platz zugewiesen bekommen. Alle Gäste werden von uns nach Kapazität selbstverständlich bestmöglich platziert.

Sie haben Fragen? Wir sind für Sie da!

Die Mitarbeiterinnen des Kartenbüros sind unter der Telefonnummer 09852 90444 sowie per E-Mail an kulturamt(at)feuchtwangen.de für Sie und Ihre Fragen erreichbar.

Aufgrund der akuten Lage hervorgerufen durch die Corona-Pandemie sind auch unsere Planungen ständigen Anpassungen unterworfen. Wir bitten Sie daher, Ihre Karten am besten telefonisch unter oben genannter Rufnummer zu buchen. Dort informieren unsere Mitarbeiterinnen Sie immer über den aktuellen Stand.

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